Reise-Küche: Was unser Abenteuer geschmacklich hergibt

Griechenland, 40° 39′ N22° 58′ O.

Wir sitzen im Bus irgendwo südlich von Thessaloniki und denken über die Frage des Tages nach: „Was essen wir heute?“.

Essen hat Formen und Farben. Es hat Gerüche und macht glücklich. Meistens jedenfalls. Als ich ein Kind war gehörten Café de Paris, Béchamel und Julienne“ zu meinem Wortschatz wie andere eben Automarken oder Pokémon-Charakter benennen können. (Wobei ich auch ein ernst zunehmender Gegner im Auto-Quartett bin.) „Man kann an allem sparen, bloß nicht am essen„, war das Credo meiner Familie. Und so wurde regelmäßig aufgetischt. Wir aßen gebeizten Lachs an Sonntagen zum Frühstück und Steak zu Abend. Wir kauften frisches Gemüse auf dem Markt am Samstag und wann immer ich den Kühlschrank öffnete, waren darin mindestens fünf verschiedene Käsesorten zu finden. Lange dachte ich, dass es ganz normal sei zum Fernsehen am Vorabend ein Stück Käse zu snacken. Chips und Knabberzeug hatten wir dafür so gut wie nie. Bis 10 hatte ich meine ersten Muscheln gelöffelt, aus Interesse die erste Auster geschlürft und wusste wie man Garnelen pult. Ich kannte verschiedene Arten Gemüse zu schneiden und das Geheimnis von Mehlschwitze. Wir waren keine reichen Leute, aber Essen war Dreh-und Angelpunkt bei mir Zuhause. Wo andere Hunderte von Euro für Winterurlaube liegen ließen, kauften meine Eltern lieber Jakobsmuscheln.

Kai, das weiß ich aus Erzählungen, war als Kind ein weniger abenteuerlicher Esser. Nudeln mit Tomatensoße und Pizza waren seine Favoriten. Und bis heute teilen wir einige Speisen nicht oder nur selten: alles, was aus dem Meer kommt, Oliven, zu stark schmeckende Käsesorten, Spargel.

Tatsächlich entzweit uns das aber weniger als man denken könnte. Vielleicht ist es sogar eine der Sachen, die ich besonders an unserer Beziehung liebe. Während wir miteinander leben, gehen wir gemeinsam auch auf kulinarische Erlebnisreise. Mir macht es Freude, wenn wir zusammen Neues ausprobieren. Und es macht mich glücklich, wenn ich Kai über Essen auch ein Stück meiner Welt zeigen kann. Und andersherum. Wer wusste, dass ich mit 24 meine wahrscheinlich erste Gelee-Bananae aus Kais Hand gegessen habe? Zusammen essen wir uns durch die Pizza-Läden Berlins – Zola ist immer noch unser Favorit! Wir sind auf der Suche nach den besten Udon-Nudeln und kochen uns mit Granatapfel und Zatar durch Ottlolenghis Genussküche.

Was uns auf die Teller kommt

Auf Reisen betreten wir neues Gewässer, zeigen auf Speisekarten, wo wir nicht verstehen können, was da steht, schlürfen Bergtee in Griechenland und verspeißen ziemlich glücklich Petula zum Frühstück in Albanien. Wir zucken mit den Achseln, als das Tzaziki in Ioaninna doch mit ganz schön viel Knoblauch kommt, sie uns in in Wales Pommes als Beilage zu Mac’n Cheese servieren und teilen irgendwo in den Highlands Bangers and Mash. In Berat essen wir mit einer albanischen Familie ihre Speca me Glizë und sind dankbar, als der Tavernenbesitzer an der Olympusküste uns frische Nektarinen schenkt. Wir mögen den Griechischen Kaffee (zu süß, sorry!) nicht so gerne, wie den italienischen Espresso, den es dort fast überall zu guter Qualität und unschlagbaren Preisen zu kaufen gibt und verziehen die Gesichter über die hohen Preise in der Schweiz für eben diesen.  Einen ähnlichen Ausdruck zauberte uns nur der starke, selbst gebrannte Raki unserer Gastgeber in Albanien ins Gesicht. Wir finden in Palinuro, an der Cilento-Küste, endlich eine Pizzeria, die Zola in Berlin den Rang abläuft (Hallo, Med Farine Club!) und strahlen darüber wiederum wie Honigkuchenpferde. Und essen dreimal hintereinander dort zu Abend. Wir sitzen an einem reich gedeckten Tisch in Berat, in den albanischen Bergen und sind satt für eine ganze Reisegruppe.

„Kochen die auch mal selbst?“, könntet ihr jetzt fragen. Aber ja! Damit ihr uns glaubt, kommt hier unser Garant für satte Bäuche an Reisetagen und solchen Tagen, die sich danach anfühlen sollen. Abgestimmt auf schnelle und unkomplizierte Zubereitung natürlich.

#Vanlife-Küche: Salat von Kichererbsen und Mehr

  • 1 Dose Kichererbsen. gut abgetropft
  • 1 rote Zwiebel, fein geschnitten
  • 1 Packung kleine Tomätchen
  • eine Handvoll Petersilie (gerne glatt)
  • Feta (bei uns eine Sorte, die nicht zu stark schmeckt)
  • Saft von einer 1/2 Zitrone
  • Olivenöl
  • Salz & Pfeffer
  • ein paar schwarze Oliven (falls euer Umfeld das ertragen kann)

Alle Zutaten vermengen und kurz ziehen lassen – fertig! Wir essen dazu Brot, aber auch Leckeres vom Grill ist denkbar.

.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*